Contemporary Art

Dorthe Goeden

Werke


Über die Künstlerin

Dorthe Goeden zeichnet mit der Klinge des Skalpells. Oder, seltener, mit der Schärfe des Laserschwerts. Üblicherweise setzt sie damit harte Kontraste, schwarz gegen weiß. Baut aber auch auf den maximalen Gegensatz, das diametral Entgegengesetzte, in Bildern weiß auf weiß und schwarz auf schwarz. Die Künstlerin ist auf der Suche nach dem graphischen Eindruck, also dem in Fläche und Linie klar Umrissenen und Abgegrenzten, wie es sich in der wirklichen Welt hauptsächlich in extremen Lichtsituationen findet: als bloße Kontur im Gegenlicht oder als tiefer Schatten auf möglichst neutralem Grund, mit der Sonne im Rücken. Aber natürlich gibt es auch sonst visuelle Phänomene, menschengemachte oder natürliche, die zum Linearen drängen oder in sich schon die Tendenz zur Flächenreduktion bergen. Diese Eindrücke sammelt die Künstlerin (oft genug mit der zeichnerischen Notiz als Gedächtnisstütze), filtert sie durch den Prozess der erinnernden Vergegenwärtigung und ergänzt diesen um ihren eigenen, intentionalen Reduktionsanspruch. Damit steht sie jedoch erst am Beginn eines Werkes. Denn aus solchem erst einmal nur zeichnerisch gedachten, streng zweidimensionalen Ansatz heraus entwickelt sie eine freie Form, die mit dem Gesehenen vielleicht wenig, aber mit dem Erinnerten alles zu tun hat. Dieses wird
begrenzt und reduziert, aber auch erweitert: Oft genug dient der Künstlerin die spiegelnde Vervielfachung dazu, ein eher ungeordnetes Liniengeflecht zur ornamental wirkenden Symmetrie zu bringen, die ihre eigene Logik und Schönheit in sich birgt. […] (Stephan Trescher)

Dorthe Goeden draws with the scalpel’s blade. Or, less often, with the sharpness of the laser sword. Usually she sets hard contrasts, black against white. But also builds on the maximum contrast, the diametrically opposite, in pictures white on white and black on black. The artist is looking for the graphic impression, i.e. the area and line that are clearly outlined and delimited, as is mainly found in extreme light situations in the realworld: as a mere contour in backlight or as a deep shadow on as neutral a base as possible behind the sun. But of course there are also other visual phenomena, man-made or natural, that push for linearity or that already contain the tendency to reduce space. The artist collects these impressions (often enough with the drawing note as a reminder), filters them through the process of remembering and supplements them with her own intentional reduction claim.However, this is only the beginning of a work. Because from such a strictly two-dimensional approach, which was initially only intended as a drawing, she developed a free form that may have little to do with what is seen, but everything to do with what is remembered. This is limited and reduced, but also expanded: the mirroring multiplication is often enough for the artist to bring a rather disordered line mesh to the ornamental symmetry that contains her own logic and beauty. […] (Stephan Trescher)


Vita

1975 geboren in Adenau
1997/1998 Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Ethnologie, Universität Köln
1998 Studium an der Fachhochschule Aachen, Fachbereich Gestaltung
2005 Diplom
seit 2018 Lehrauftrag Hochschule Osnabrück
seit 2019 Lehrauftrag Universität Osnabrück

Preise und Stipendien

2014 Kunst am Bau, Neubau Justizzentrum Bad Kreuznach (Realisierung 2017)
Publikationsförderung Land Rheinland-Pfalz und LWL
2013 Kunstpreis der Pfälzischen Sezession
Stipendium der Aldegrever Gesellschaft e. V., Münster
2011 Stipendium Kunstverein Röderhof, Land Sachsen-Anhalt
2010 Stipendium Fundaziun NAIRS, Scuol, CH
Kunst am Bau, Landesbetrieb Mobilität in Diez, RLP (Realisierung 2011)
Stipendium Künstlergut Prösitz, Sachsen
2007/08 Mentoringprojekt des Landes Rheinland-Pfalz
2006 Löwenhof Förderpreis, Frankfurt am Main

Ausstellungen (Auswahl)

2020 Lineatur, Galerie Maurer, Frankfurt/Main (E)
pattern, dst.galerie, Münster (E)
2019 Vorwand, Projektraum Deutscher Künstlerbund, Berlin
2018 I’m afraid it’s red, yellow and blue, dst.galerie, Münster (E)
nichts wird so, wie ich mich erinnere, Kunstverein Lemgo e. V.,
Galerie Eichenmüllerhaus, Lemgo (E)
2017 … over there!, Galerie vorn und oben, Eupen, BE (E)
grass ist always greener over there, Raum für Kunst, Aachen (E)
Spot on Nairs, NAIRS Zentrum für Gegenwartskunst, Scuol, CH
Unkraut_geht seltsame Wege, Niederrheinischer Kunstverein, Wesel (mit Hyun Gyoung Kim)
weil nichts keine Form hat, dst.galerie, Münster (E)
2016 Messer/Schatten/Schere/Licht, Galerie Maurer, Frankfurt/Main
Papier Biënnale Rijswijk, Museum Rijswijk, NL
Up Art Galerie, Neustadt an der Weinstraße (mit Hyun Gyoung Kim)
2015 next 1, Galerie vorn und oben, Eupen, BE
An diesem Ort, möglicherweise, Kunstverein Emsdetten (E)
Papierarbeiten 5, Galerie Maurer, Frankfurt/Main
inbetween, dst.galerie, Münster
2014 KünstlerinnenGutPrösitz, Tapetenwerk, Leipzig
Einschnitte, Galerie Maurer, Frankfurt/Main
the first cut is the deepest, Kunstverein Kreis Gütersloh (E)
2013 Randscharf-Scherenschnitt heute, Deutsches Klingenmuseum Solingen (K)
Schnitte, Kunstverein Speyer (E, mit Andrea Lange)
Kunstpreis der Pfälzischen Sezession, Herrenhof Mußbach, Neustadt a. d. W.
Scherenschnittmuseum Vreden
2012 Hier und jetzt, Gustav-Lübcke-Museum, Hamm
Orte (mit Gabriella Disler, Katia Engel, Annette Hurst), Neues Kunstforum, Köln
2011 dann und wann, Kulturschmiede, Nieder-Olm (E)
SPACE collection + friends, ‚T Brandweer, Maastricht
was plauderst du, Kunstverein Siegen, Galerie S, Siegen (E)
wenn es wieder so wäre, Galerie Greulich, Frankfurt (E)
käme ich noch mal dort vorbei, Kunst am Bau, Landesbetrieb Mobilität in Diez
Stipendiatinnen Künstlergut Prösitz, Galerie VorortOst, Leipzig (K)
2010 Curraint d’ajer 2010, Kulturzentrum NAIRS, Scuol, CH (K)
Papierschnitte, Kunstverein Trier Junge Kunst, Trier (E/K)
Große Kunstausstellung NRW, museum kunst palast, Düsseldorf (K)
2009 „junger westen 2009“, Kunsthalle Recklinghausen (K)
*horch was wächst, ShopStop, Maastricht, NL (E,K)
SOLITUDE – Landschaft im Aufbruch, Nes Artist Residency, Skagaströnd, IS (K)
VII. Kunstpreis Wesseling, Kunstverein Wesseling (K)
Albert-Haueisen-Kunstpreis 2009, Zehnthaus Jockgrim
2008 Zwischenspiel, Atelierhaus Aachen e. V. (E mit Odine Lang/K)
SOLITUDE – Landschaft im Aufbruch, Neues Kunsthaus Ahrenshoop (K)
IDYLL, Projectruimte Stadsgalerij Heerlen, NL (E)
2007 Kunstsupermarkt, Stadsgalerij Heerlen, NL
Tür an Tür, CCRN, Abbaye de Neumünster Luxembourg
2006 Kunstverein Alsdorf (E)