Contemporary Art

Christian Rösner

Werke


Über den Künstler

Christian Rösners Arbeiten konfrontieren uns mit einigen der großen Ambivalenzen des Seins – ursprüngliche Spannungsverhältnisse wie etwa zwischen Mensch und Tier, Natur und Zivilisation, Fruchtbarkeit und Zerstörung sind in seinen Holz- und Bronzeskulpturen stets spürbar. Gleichzeitig verleiht die skurrile Heiterkeit, mit der Rösner diese bedeutungsschweren Themen handhabt, seinen Skulpturen eine überraschende, humorvolle Leichtigkeit. Auch in seinem Arbeitsprozess selbst spiegeln sich diese Ambivalenzen und Rösners ironische Distanz dazu; sowohl bei den monumentalen Holzskulpturen als auch bei den kleineren Bronzeskulpturen bleiben die Fertigungsprozesse sichtbar. Aus großen Baumstämmen arbeitet Rösner mit der Kettensäge Skulpturen heraus, die er bewusst in einem rohen, ungeschliffenen Zustand belässt. Geweihe werden verzapft, Gliedmaßen werden aufgesetzt, so dass die Skulpturen zuweilen wie überdimensionierte Spielzeuge wirken.
Obwohl er sich in seiner Arbeit dem Figurativen verschrieben hat, geht es Rösner nicht um eine Wiedergabe der Realität oder individueller Eigenarten; er gesteht seinen Menschen und Tieren kaum Details und persönliche Merkmale zu und verweist so auf ihren archetypischen Charakter. Das Tier dient als Verkörperung des Instinktiven und Ursprünglichen, des Anarchischen, ebenso aber psychischer Urzustände und Urängste der menschlichen Existenz.
„Ich behaupte: Die Faszination, Schauder ebenso wie Bewunderung gegenüber dem Tier dauern bei uns unvermindert fort, die Bereitschaft, es auszustatten mit Eigenschaften, die den Bereich des Natürlichen weit überschreiten. […] Ich kann mich des Verdachts nicht erwehren, dass Christian Rösner die ironischen, skurrilen, humoristischen Situationen seiner Arbeiten nutzt, um uns in zeitgenössischer bildhauerischer Sprache doch wieder mit dem alten, dem archaischen Menschheitsrätsel Tier zu konfrontieren, dass er, um in den Worten Franz Marcs zu reden, eine eigene Animalisierung der Kunst betreibt. Mit Vermenschlichung, gar Verniedlichung des Tiers hat das nichts zu tun; das Gegenteil ist der Fall! Es ist ein Projekt, das sich m. E. sogar auf Joseph Beuys berufen darf. Denn wenn der seine Symboltiere Hirsch und Schaf und Hase, Biene und Schwan pflegte, dann fiel die Spiritualisierung der Kunst sehr wohl in eins mit ihrer Animalisierung.“ (Dr. Roland Held)


Vita

2014 Ernennung zum Honorarprofessor an der Technischen Hochschule
Georg Simon Ohm
seit 2004 Lehraufträge an der Technischen Hochschule Georg Simon Ohm, Nürnberg
2002 Lehrauftrag an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
1998 Seit 1998 freischaffender Bildhauer
1997 Ernennung zum Meisterschüler
1991 Studium an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
bei Prof. Höpfner, Bildhauerei
1969 Geboren in Bamberg

Preise und Stipendien

2017 Sonderpreis des Kunstpreises der Nürnberger Nachrichten
2013 Preis der Wilhelm und Christine Hirschmann Kunst- und Kulturstiftung
2012 Otto-Grau-Preis
2006 Wolfram-von-Eschenbach-Förderpreis
2003 Stipendium der Stadt Nürnberg
2001 Ankauf von Skulpturen durch die Museen der Stadt Nürnberg
2000 1. Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten
1999 Debutantenpreis der Bayrischen Staatsregierung vom BBK
1998 Preis mit Realisierung bei dem Gestaltungswettbewerb
„Kunst am Brombachsee“

Ausstellungen (Auswahl)

2018 Noah fährt lieber allein – Galerie Maurer, Frankfurt (E)
2016 Galerie an der Pinakothek der Moderne Barbara Ruez, München (E)
Galerie 5, Köln
2015 Archiv Massiv, Leipzig
White Brush Galerie, Düsseldorf
2014 Bären, Botanischer Garten, Erlangen (E)
Gustav-Adolf-Kirche, Nürnberg
Kleinbild, Künstlergruppe Kreis, Kreisgalerie, Nürnberg
Köpfe mit Nägeln, Galerie Destillarta, Buchschwabach
2013 Bernsteinzimmer, Nürnberg (E)
Siemens MedMuseum, Erlangen (E)
Skulpturenlese 2013, Kalchreuth
Fette Beute, Dachau
Werkschau AEG und Offen auf AEG, Nürnberg
2012 1 + 9, Große Kunstausstellung auf Karlshof, Ellingen
Kunstpreisausstellung der Nürnberger Nachrichten in Gera
Garten-projekt, Ausstellung in der Neischl-Grotte im Botanischen Garten, Erlangen
Dozentenausstellung, Pettensiedel
Werkschau AEG und Offen auf AEG, Nürnberg
Arche 2012, Skulpturenausstellung, Seligenstadt
2011 Kunsttandem, Gruppe Sieben im Loni-Übler-Haus, Nürnberg
Kunstpreisausstellung der Nürnberger Nachrichten
5 Jahre Galerie Maurer, Frankfurt
Der Kreis 2011 im Loftwerk, Nürnberg
2010 Museum Lothar Fischer Neumarkt bei Brigitte Schwacke
Kunstpreisausstellung der Nürnberger Nachrichten, Nizza
37 Grad Waldprojektausstellung in der n-ergie, Nürnberg
2009 Galerie an der Pinakothek der Moderne, Barbara Ruetz, München (E)
Mindestens ein Nackthund, am Dachsberg, Rückersdorf
Kunstpreisausstellung der Nürnberger Nachrichten
Das kleine Format, Stadtmuseum Gunzenhausen
Zur Figur, Badstraße, Fürth
2008 Tier und Mensch, Ausstellungsprojekt in Nürnberg und Fürth
Kunstpreisausstellung der Nürnberger Nachrichten
Sieben: Antike, Galerie Kunstraum Sutter-Kress, Erlangen
Material und Struktur, Burgfarrnbach

Arbeiten im öffentlichen Raum

2017 Fassadengestaltung an der Äußeren Bayreuther Straße, Nürnberg
2016 Gunzenhausen, Denkmal Andreas Osiander
2014 Bärenturm I, Neischl-Grotte im Botanischen Garten, Erlangen
2012 Zum Glück bin ich oben, Tiergarten Nürnberg
2011 Wasserschlange, Rodgau
2009 Denkmal für Georg Wilhelm Steller, Bad Windsheim
10 Sitzbänke für 10 Lebensjahrzehnte, Nordostbahnhof Nürnberg
2008 Gorilla mit Sattel, Tiergarten Nürnberg
Raum der Stille, Flughafen Nürnberg, mit Architekturbüro Grabow und Hoffmann
Drache, Hegelschule Nürnberg
2005 Gorilla mit Sattel, Südstadtpark Fürth
2004 Kleiner Hund, Südstadtpark Fürth
2003 Krokodil und Kinder, Montessori Zentrum, Nürnberg
2001 Adler und Fisch, Müritz-Nationalpark, Granzin
2000 Drachenmann, Skulpturenweg Georgensgmünd
Adler und Murmeltier, Tiergarten Nürnberg
1999 Flieger, Kurpark Treuchtlingen
Echse, Brombachsee
Türklinke, Offene Kirche St. Klara, Nürnberg
1998 Lauernder, Kurpark Treuchtlingen
1997 Schweinereiter, Saumarkt Gunzenhausen