Contemporary Art

Olrik Kohlhoff

Werke


Interpretation

Olrik Kohlhoffs (* 1971) oft grotesk anmutende Zeichnungen erforschen innere, psychologisch begründete Welten. Trotz der naturalistischen Motive enthalten sie keine logisch nachvollziehbaren Geschichten. Olrik Kohlhoff will nicht beantworten, warum die Menschen in seinen Bildern in Erdlöchern stecken oder warum die Pilze so riesenhaft sind.

Seine Bilder, bei denen Fotos oftmals als Vorlage dienen, lösen beim Betrachter eine Vielzahl von Erinnerungsfragmenten und Assoziationen aus und eröffnen damit die Bühne für eigene verzweigte Geschichten. So werden Landschaften im Kopf wachgerufen, wie wir sie aus Träumen oder Märchen kennen.

Das Setting seiner Szenen und die zeichnerische Technik suggerieren eine friedvolle Stille, von der der Betrachter allerdings ahnt, dass sie trügerisch ist. Beim näheren Hinsehen offenbart sich das Element des Bedrohlichen, das seinen Zeichnungen innewohnt.

Genau darin liegt die Kraft von Kohlhoffs Arbeiten: Sie kommen als unprätentiöse Schwarz-Weiß-Kreidezeichnungen wie auf Samtpfoten daher, eröffnen dann jedoch Widersprüchliches, Undurchschaubares, um es bis zur Unheimlichkeit auf die Spitze zu treiben und ad absurdum zu führen. Zurück bleibt eine traumhaft bizarre, nie in Sicherheit wiegende Stimmung.


Vita

seit 2008 Lehrbeauftragter an der Muthesius-Hochschule in Kiel
2003 – 2006 Vertretung der Grafikprofessur an der Muthesius-Hochschule in Kiel
1993 – 2000 Studium der Freien Grafik an der Muthesius-Hochschule in Kiel
1971 Geboren in Pinneberg

Preise und Stipendien

2014 Hyp-Preis, der Hypovereinsbank Berlin
2013 Ikono-TV Kunstpreis
2010 Arbeitsstipendium des Landes Schleswig-Holstein
2008 1. Preis, 9th baltic states biennale of graphic art Kaliningrad
2006 Förderpreis des Kreises Pinneberg

Ausstellungen

Oelde/Berlin

2015 Spiel nicht mit Schlafenden, Städtische Galerie Delmenhorst
Beruhige Dich und lüge, Künstlerbücher und Editionen aus der Umtriebpresse,
Stadtgalerie Lauenburg
2014 gemeiner Augentrost, Euphrasia officinalis, Galerie Peters-Barenbrock,
Ahrenshoop (mit Anne Carnein)
Bittersüße Zeiten, Barock und Gegenwart in der SØR Rusche Sammlung
Kunsthaus Stade / Kunsthaus Apolda Avantgarde / Kunsthalle Jesuitenkirche,
Aschaffenburg
2013 Fabulanten. Skitzländer. Wunderblöcke, Schloss Agathenburg (g)
linear / nonlinear, Galerie Mauerer, Frankfurt a.M. (g)
Tierstücke – der SØR, Rusche Sammlung Oelde/Berlin, Museum
Abtei Liesborn, Wadersloh (g)
2012 Schöne Aussicht, Galerie Maurer, Frankfurt a. M., mit Jakob Roepke (s)
Regionale 1, Overbeck-Gesellschaft / Kunstverein Lübeck (g)
Nordwestkunst 11, Kunsthalle Wilhelmshaven (g)
Galerie Maurer, Frankfurt/M
2011 Atelierfrankfurt, Frankfurt/M
Bremer Kunstfrühling, Städtische Galerie Delmenhorst
Der Wald steht schwarz, Gerisch Stiftung Neumünster (mit Björn Melhus)
Nordwestkunst 2011, Kunsthalle Wilhelmshaven
2009 Milchmädchen rechnen, Umtrieb Galerie, Kiel
2008 spielend, Arthur Boskamp-Stiftung, Hohenlockstedt
the 9th baltic states biennale of graphic art, Kaliningrad state art gallery
Wassermühle Trittau
Das übliche Idyll, Galerie Lüth, Halebüll
2006 Künstlerhaus Lauenburg (mit Johanna Ludwig)
Stiftung Landdrostei, Pinneberg
2005 Rond-point, Blitzgalerie, Dresden
2004 Fadenscheinig, Nordfriesisches Museum, Husum
2003 Ausstellung zum Lucas-Cranach-Preis der Lutherstadt Wittenberg
2002 Buchkunst, Gerd Bucerius Bibliothek im Museum für Kunst und Gewerbe
Hamburg

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