Claas GutscheBiography | Exhibitions | Interpretation | Selected works

Die  Linolschnitte von Claas Gutsche zeigen romantisch anmutende Landschaften im Niemandsland zwischen Zivilisation und Natur.
Doch die Idylle der Wälder, Lichtungen und Dörfer trügt. Die Orte, die uns Claas Gutsche präsentiert, sind Schauplätze mit dunkler Vergangenheit.
So verbirgt sich in der Arbeit "Waldsiedlung Krumme Lanke" hinter der Fassade einer kleinbürgerlichen Siedlung jene düstere Episode deutscher Geschichte, in der die Idee des rassenhygienisch einwandfreien Glücks verwirklicht werden sollte.

Claas Gutsche führt uns in seiner Ausstellung "borders" über das handwerklich ausgefeilte Spiel mit Weiß und Schwarz in eine Welt sich überlagernder Geschichten und Zonen des Übergangs. Seine Bildwelten beschreiben vielschichtig und sensibel Grenzgebiete des menschlichen Seins. Aber dennoch sucht der Betrachter in seinen Linolschnitten die menschliche Figur vergebens, doch es gibt Indizien menschlicher Existenz, die zu Vermutungen, Recherchen und Folgerungen anregen.

Auch seine feingliedrigen Bronzeskulpturen, die wie zufällige Fundstücke wirken,  bergen in ihrer rührenden Fragilität ein Geheimnis und werden zu Metaphern von Einsamkeit, Verfall und Melancholie.

Befragt nach seinen künstlerischen Wahlverwandtschaften verweist CG gerne auf die Maler und Literaten der deutschen Romantik, die im Abbilden der Naturstimmungen von Landschaften innerpsychische Vorgänge darstellten und Entgrenzung von Traum und Wirklichkeit suchten. Und hier sei bei Claas Gutsches Linolschnitten im Besonderen auf die Inspiration durch die literarische und malerische Bewegung der Schwarzen Romantik verwiesen, die Albtraum und Wirklichkeit, Verfall und Tod, Besessenheit und Magie zum Thema ihrer künstlerischen Arbeit machten.