Seit Jahren beschäftigt sich Xiao Hui Wang als Fotografin, Filmemacherin und Literatin oft mit dem Thema Frau in der chinesischen Gesellschaft. Auch in der hier ausgestellten Serie „Isolated Paradise“ zeigt sie Frauen in den eng umgrenzten Räumen eines Hauses. Es ist ein Blick zurück in die Geschichte Chinas der zwanziger und dreissiger Jahre des 20.Jahrhunderts, während der Kolonialzeit.
In ihren großformatigen Bildern arrangiert Wang wie auf einer kleinen Bühne intime Bilder junger Frauen als Einzelportrait, als 2er oder 3er Gruppe, die zu einem Tableau aus Schönheit, Anmut, aber auch Einsamkeit erstarren.
Jede Szene ist von der Künstlerin akribisch komponiert worden, jedes Detail hat sein historisches Equivalent. Die Kleider der Frauen wurden nach historischen Vorbildnern geschneidert, und die Modelle wurden nach Art der chinesischen Oper geschminkt. Aber es sind auch Frauen mit individuellen Gesichtern und mit eigener Ausdruckskraft, die zwar scheinbar ihren Raum Isolated Paradise nicht verlassen wollen oder können, aber in ihren Blicken kündigt sich schon ein erwachendes Selbstbewusstsein an, das ihnen eines Tages den Weg aus dem Isolated Paradise weisen könnte.
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