Philipp HennevoglVita | Ausstellungen | Interpretation | Bilder | Portfolio
„Es ist viel über den Realismus in Philipp Hennevogls detailgenauen Linolschnitten geschrieben worden. Tatsächlich sind seine nach Fotografien entstehenden Portraits, Stadtlandschaften und Stilleben - trotz der Reduktion auf die Farben Schwarz, Beige, Grau oder Silber - real im Sinne der menschlichen Wahrnehmung, in die immer persönliche Erfahrungswerte, Interpretationen oder Erinnerungen einfließen. Sie alle verbinden sich zu subjektiven Mustern, die das Dargestellte beeinflussen. Hierbei ist der Begriff des Musters durchaus wörtlich zu nehmen: Seit über zehn Jahren beschäftigt sich Philipp Hennevogl mit dem Ornament, das fester Bestandteil seiner Bildsprache geworden ist. Insbesondere für Portraits von Freunden und Bekannten nutzt er ornamentale Hintergründe verschiedenster Kulturen und Epochen, lässt er die Menschen von geometrischen, floralen oder psychedelischen Mustern umfassen, umranken, umkreisen. Diese die Gestaltung stark bestimmende Ornamentik dient dabei keinem rein dekorativen Zweck, sondern wird so gewählt, dass sie die Authentizität der dargestellten Person unterstreicht, ihre Identität visualisiert. Ähnlich der Malerei des Spätmittelalters und der Renaissance wird die dargestellte Person so nicht auf ihr Äußerliches reduziert, sondern in einem Geflecht von Strukturen und Bezügen dargestellt.“

Auszug aus „Reale Momente oder Ornamentik des Subjektiven“ von Regina Bärthel