Die bildnerische Welt von Charlotte McGowan-Griffin ist ein rätselhaftes und phantastisches Universum. In ihren Papierarbeiten (paper cuts)
verbinden sich Geschichten von Gut und Böse, wie wir sie aus in den Märchen der Gebrüder Grimm kennen und geheimnisvolle und bedrohliche Geschichten, etwa
eines Edgar Allen Poe, zu einer grotesken Bilderwelt in einem Schattenreich.
Mit einem speziellen Skalpell schneidet die Künstlerin feinste Verästelungen und komplizierte Muster aus meterhohen Papierbögen, formt sie souverän zu
raumgreifenden Skulpturen und erschafft ein eigenes dreidimensionales Welttheater.
Charlotte McGowan-Griffin erläutert ihr künstlerisches Konzept wie folgt:
„Cutting in“ ist die präzisere Beschreibung meiner dreidimensionalen Arbeitsweise.
Ich versuche nicht ein Bild aus dem Papier herauszuarbeiten, sondern Einschnitte in die sichtbare Oberfläche des Materials Papier zu schneiden, als
einen Versuch in einem kurzen Augenblick meine inneren (bewusste und unbewusste) Prozesse sichtbar zu machen. Das Zusammenspiel zwischen äußerem und innerem
Druck zeigt sich besonders in meinen aktuellen Arbeiten, deren zentrales Element Spiralen oder Wirbel sind. Dieser dynamische Dualismus verweist auf Parallelen im
klassischen Silhouetten-Scherenschnitt, (positiv / negativ, hell / dunkel, versteckt / enthüllt).
(Charlotte McGowan-Griffin)
|