Respektlos, grotesk und voll schwarzen Humors - so lässt sich Andreas Welzenbachs Kunst beschreiben. Mit ihren lustvoll spielerischen Darstellungen von Unfällen, Katastrophen, Unglücken, Tod und Hinrichtungen überschreitet seine Kunst stets zuverlässig die Grenzen des Mitgefühls und des "guten Geschmacks", und auch in künstlerischer Hinsicht setzt sich Andreas Welzenbach frech über scheinbar unumstößliche Stil- und Gattungsgrenzen hinweg. Wie für die britische Comedy in der Tradition von Monty Python ist auch für ihn die respekt- und pietätlose Grenzüberschreitung ein wesentliches Arbeitsprinzip, das unsere Alltagswelt und Kunst in einem neuen Licht erscheinen lässt. Andreas Welzenbach arbeitet konzeptionell und gliedert sein Werk in verschiedene Zyklen ("Kleine Katastrophen", "Letzter Blick", "Letzte Worte", "Lokale Begrenztheit", "Neue Landschaften", "Wache Sinne", "Hinrichten", "Acht von Zehn Negerbuben"). Mit dem Projekt "Kannibalen" knüpft der Künstler an den Zyklus "Meerschweinchen" an. Fünf Meerschweinchenpaare, die sich im Schein roter Lampen in verschiedenen Stellungen vergnügen. Ein tierisches Kamasutra, dessen lustvolles Tun für die Beteiligten jedoch bald endet. Denn nachdem sie sich gegenseitig vor Lust fast einverleibt haben, liegen sie schließlich, frisch gegrillt, die Beine nach oben gestreckt, auf silbernen Tabletts. Um die Sache noch auf die Spitze zu treiben, setzt der Künstler lebenden Meerschweinchen kunstvoll geschnitzte Artgenossen zum Knabbern vor - und die munteren kleinen Nager nagen an ihren hölzernen Abbildern.... und vollenden so, ganz im Sinne des Künstlers, willkürlich und unberechenbar den bildhauerischen Prozess.
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