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ausstellungseröffnungen der galerien in der fahrgasse
einladung
zur vernissage am freitag, dem 31. august 2007, um 18.00 uhr
F L U T L I C H T
Wiebke Elzel und Jana Müller
Aymeric Fouquez
Carsten Humme
Regine Müller-Waldeck
Dirk Scheidt
Rebecca Wilton
ausstellungsdauer
1. September 6. Oktober 2007
Dienstag – Freitag 14.0019.00 Uhr,
Sonnabend 11.0015.00 Uhr
Flutlicht breitet sich dem allgemeinen
Verständnis nach mit intensiver
Leuchtkraft an Orten emsiger Betriebsamkeit
aus. Es fördert Ordnung,
Kontrolle, Übersicht. Was geschieht aber
mit Orten, an denen stattdessen das Rad
der offiziellen Geschichte anhielt,
verordneter, zumeist unfreiwilliger
Müßiggang und ein unwahrscheinlicher
Reichtum an Freifläche vorherrschen?
Was passiert, wenn sich nicht nur Orte,
sondern auch Dinge von ihrer gewohnten
Effektivität verabschieden?
Beobachtungen zu diesen Fragen zeigen
die Arbeiten von Künstlerinnen und
Künstlern, die Wiebke Elzel und
Jana Müller auf Anfrage der Galerie
Maurer für diese Ausstellung eingeladen
haben. Ihr Bezug zu Leipzig lässt Orte
und Situationen in den Vordergrund
treten, die sich nicht nur im Osten
Deutschlands seit dem letzten Jahrzehnt
in fast atemloser Schnelligkeit
ausbreiten. Auf den ersten Blick ebenso
trostlos wie die karge Leipziger Tieflandsbucht
macht sich eine Leere breit.
Eine Leere allerdings, die an der
Geschichte und damit auch am Leben
mehr oder weniger noch festzuhalten
scheint und sich mit der geplanten Stille
nicht so recht abfinden will. Der Trotz
gegenüber dem Verschwinden und dem
Vergessen, der vielerorts in unspektakulären
Zeichen- und Segmentschichten
sichtbar wird und den auf merksam
Vorüberziehenden nicht entgeht, zeichnet
sich durch eine bemerkenswerte
Vielstimmigkeit aus, die sich in den
künstlerischen Arbeiten, sei es durch
detailliertes Kartografieren von
Erinnerungslandschaften oder durch
Inszenierungen im Zwischenraum von
Nicht-mehr- und Noch-nicht-Zuständen,
widerspiegelt. Der Blick der
Künstler-innen und Künstler auf
zerstörten Industrie- und Lebensalltag
offenbart zudem die facettenreiche
Brutalität im Zuge der Geschichtsaufarbeitung,
die zumeist nicht über eine
planmäßig ausgeführte, effektive
Beräumung von Orten hinausgeht.
Britt Schlehahn
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