Wiebke Elzel, Jana Müller
Die Gemeinschaftsarbeiten von Jana Müller und Wiebke Elzel
sind geprägt von einer zwispältigen Aura zwischen Stille
und Beunruhigung. Ihre Bilder zeigen Orte, deren unmittelbare
Historie beziehungsweise Gegenwart nicht eindeutig zu entziffern
ist. Erkennbar ist nur, dass an diesen Orten etwas geschehen ist
oder geschehen wird. Wobei es sich auch bei dieser Erkenntnis um
reine Illussion handelt. Denn die abgebildeten Räume sind
allesamt Inszenierungen der beiden Fotografinnen. Der Betrachter
ist jedoch ganz in der Entschlüsselung des unmittelbaren
Kontexts gefangen, so dass er den Wahrheitsgehalt des Dargestellten
zunächst nicht hinterfragt. Jana Müller und Wiebke Elzel
versehen ihre Inszenierungen mit einer Vielzahl rätselhafter
Andeutungen. So ist zum Beispiel in der Arbeit “Sturm”
ein leer geräumter Raum zu sehen, dessen Fenster mit
Sandsäcken verbarrikadiert sind. Doch warum ist eines der
Fenster nur zu zwei Dritteln verbaut? Und warum sind bei einem
drohenden (An-) Sturm sämtliche Türen und Fenster des
Raumes geöffnet? Selbst wenn die Gefahr schon gebannt ist, wo
sind dann die Menschen, die den Raum in seinen ursprünglichen
Zustand zurück versetzen? Erst an diesem Punkt, einem
unerklärlichen Zustand des Übergangs, stellt sich
für den Betrachter die Frage nach der Plausibilität des
Kontexts, da er bis dato glauben konnte, die Bilder nicht zuletzt
aufgrund seiner medial vermittelten Erfahrungen ohne weiteres
deuten zu können.
aus “alles was glänzt” / Thilo Scheffler, 2005
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