Johannes Grützke
Johannes Grützke, 1937 in Berlin geboren, hat als Maler,
Zeichner, Druckgraphiker und Plastiker seit den sechziger Jahren
ein Werk geschaffen, das durch seine Konsequenz ebenso beeindruckt
wie durch die Wahl seiner Motive und seine souveräne
Handhabung der künstlerischen Techniken.
»Ich habe keine Position zum Realismus, sondern zur
Realität. Realismus ist mir egal, die Realität ist mir
nicht egal. ... Mit Hilfe eines Ausschnitts aus der Realität
male ich die gesamte Realität.« Die Themen seiner Bilder
sind verschlüsselt und finden ihre Anregung in der Literatur,
wie in der Kunstgeschichte als auch im privaten Erleben. Seine
Gemälde sind eine Bühne, auf der Menschen in dramatischen
Situationen mitten aus der Bewegung heraus vom Maler im Bild
festgehalten werden. Diese oft kunstvoll verschlungenen Körper
basieren trotz aller expressiver Lust an der Malerei auf einem
strengen Kompositionsprinzip.
Johannes Grützke nutzt Techniken, Ikonographie und Motive aus
der Kunstgeschichte und übersetzt sie in seinen Formen-,
Farben-, und Ideenkanon.
Die Dramatik seiner Bilder entwickelt sich aus unterschiedlichen
Perspektiven: Aus der Auf- oder Untersicht oder aus der
Vogelperspektive stürzen Körper in extremen Haltungen.
Proportionen werden verfremdet, riesige Körperteile scheinen
nicht mehr zum Rumpf zu gehören, Gestik und Mimik werden oft
ins Extreme verzerrt. Oft sarkastisch, aber dennoch mit dem Blick
des Humanisten führt Johannes Grützke absurde Situationen
und groteske Deformationen von Körpern als Normalität vor
und steigert so Alttägliche ins Groteske.
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